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20. Oktober 2008 - Die globale Finanzkrise könnte die weltweite Arbeitslosigkeit um weitere geschätzte 20 Millionen Männer und Frauen erhöhen, so ILO-Generaldirektor Juan Somavia. "Wir benötigen schnelles und koordiniertes Regierungshandeln um eine weltweite, lang andauernde und ernste soziale Krise abzuwenden", so fügte Somavia hinzu.
Die Zahlen, die auf überarbeiteten globalen Schätzungen des Internationalen Währungsfonds, der Vereinten Nationen und früherer ILO-Berichte basieren, legen für die meisten Länder höhere Arbeitsplatzverluste nah, "die Anzahl der Arbeitslosen könnte von 190 Millionen im Jahr 2007 auf 210 Millionen Ende 2009 ansteigen", so Somavia. "Die Anzahl der "arbeitenden Armen", die von weniger als einem Dollar pro Tag leben, könnte sich um 40 Millionen und derjenigen, die mit zwei Dollar am Tag auskommen müssen, um mehr als 100 Millionen Menschen erhöhen.
Am schwersten könnte die derzeitige Krise den Bausektor, die Automobilindustrie, den Tourismus, Finanzen, Dienstleistungen und die Immobilienwirtschaft treffen. Es bestehe die Gefahr, dass sich die neuesten Zahlen sogar "als etwas zu niedrig erweisen, wenn den Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs und der drohenden Rezession nicht schnell entgegen getreten wird."
"Dies ist nicht einfach eine Krise der Wall Street, die Krise betrifft alle. Wir brauchen einen wirtschaftlichen Rettungsplan für arbeitende Familien und die Wirtschaft, mit Gesetzen und Politiken, die menschenwürdige Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Wir müssen höhere Produktivität mit den Einkommen und dem Beschäftigungswachstum verbinden", so Somavia.
"Der Schutz und die Förderung von nachhaltig arbeitenden Unternehmen und menschenwürdiger Arbeit muss im Mittelpunkt des Gipfels zur Finanzkrise stehen, der von den Präsidenten Bush und Sarkozy angekündigt wurde", so Somavia weiter. "Wir müssen zu den grundlegenden Funktionen der Finanzwirtschaft zurückkehren, die lautet, die reale Wirtschaft zu fördern und Kredite zu gewähren, so dass Unternehmer investieren, innovativ werden, neue Arbeitsplätze und Waren und Dienstleistungen anbieten."
ILO-Generaldirektor Somavia sagte, sein Anliegen zur Bewältigung der Krise schließe das Wiederherstellen der Kreditflüsse ein, die Aufrechterhaltung und Verbesserung des sozialen Schutzes, einschließlich der Renten, Arbeitslosenunterstützung, Unterstützung von Kindern und Gesundheitssystemen ebenso wie den Zugang für Unternehmen zu Krediten zur Vermeidung von Entlassungen, Lohneinschnitten und Insolvenzen. Vertiefter sozialer Dialog und die Achtung der Rechte der Arbeitnehmer seien wichtig um den Auswirkungen der Krise zu begegnen; eine Garantie für öffentliche Entwicklungshilfe und der Wiederaufbau eines Regulationssystems für die globale Finanzwelt seien zu gewährleisten um so bald wie möglich zu nachhaltiger Entwicklung durch Investitionen und Wachstum zu gelangen.
"Wir begrüßen den Aufruf für bessere Finanzkontrollen und für ein globales Überwachungssystem von "checks and balances", aber unsere Anstrengungen müssen über das Finanzsystem hinaus reichen", so Somavia. "Lange vor der derzeitigen Finanzkrise waren wir schon in einer Krise von massiver globaler Armut, wachsender sozialer Ungleichheit, steigender informeller Wirtschaft und prekärer Arbeit. Die Globalisierung hat viele Erfolge gebracht, aber sie gestaltet sich auch als unausgeglichen, unfair und nicht nachhaltig. Wir müssen den richtigen Ausgleich schaffen und uns auf die Hilfe für die Menschen und die Produktion konzentrieren. Es geht um die Rettung der realen Wirtschaft."
"Um offene Gesellschaften und Wirtschaftssysteme zu erhalten, müssen wir innerhalb der relevanten Internationalen Organisationen zusammenarbeiten, um einen neuen multilateralen Rahmen für eine faire und nachhaltige Globalisierung zu entwickeln. Handelsgespräche sind ausgesetzt, Finanzmärkte in elementaren Schwierigkeiten, der Klimawandel schreitet vor jeder Umbau wird Wege finden müssen um finanzielle, wirtschaftliche, umweltbezogene, soziale und arbeitsmarktrelevante Politiken in eine gemeinsame, nachhaltige Entwicklung zu integrieren", so Somavia.
"Dies ist eine Zeit, um mutig und in innovativer Weise zu denken und zu handeln, um den großen Herausforderungen, die vor uns liegen, zu begegnen, insbesondere für die Vereinten Nationen", so Somavia, und bezieht sich dabei auf das für das nächste Wochenende angekündigte Treffen der Leiter der Organisationen der Vereinten Nationen unter Vorsitz von Generalsekretär Ban Ki-Moon.
(1) Der "World Economic Outlook" des Internationalen Währungsfonds vom 8. Oktober schätzt ein weltweites Wachstum von 3.2 Prozent für das Jahr 2009 (2008: 4.6 Prozent, 2007: 5.6 Prozent; 2006: 5.5 Prozent.
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